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MP_03 — Gliederung des Bildungssystems · Bildungswege

ZALGM § 16 Nr. 2 · 2. Staatsexamen MS Bayern.

In aller Kürze

Das bayerische Schulwesen ist gegliedert und durchlässig zugleich: Jede Schulart hat ein eigenes Bildungsprofil entsprechend Anlage und Neigung der SuS, Wechsel sind an allen Schnittstellen möglich. Verfassungsanker: BV Art. 128/132 (Bildungsanspruch nach Anlagen/Leistung) + Art. 133 (öffentliche Anstalten als Bildungsträger). Schulpflicht (Art. 35 BayEUG): Beginn Vollendung 6. Lj., 12 Jahre Gesamtdauer. Übertritts-Schwellen GS→Sek I (Mai-ÜZ, D/M/HSU): Gym ≤ 2,33 · RS ≤ 2,66 · MS alle übrigen.

Norm-Kartografie (5 Ebenen)

flowchart TB
 BV["**BV** · Bayerische Verfassung
Art. 128 · 129 · 132 · 133 · 134"]:::bv BAY["**BayEUG** · Bay. Erziehungs- und Unterrichts-Gesetz
Art. 3 · 6 · 7/7a/8/9 · 11–18 · 19–24 · 35 · 37 · 39 · 41 · 43 · 44 · 76 · 78 · 90–105 · 118–120"]:::bay VO["**VO** · Schulordnungen
GrSO § 6/§ 10 · MSO §§ 6/7/8/22/34 · BaySchO § 19/4 · § 20"]:::vo KM["**KMBek** · Kultusministerielle Bekanntmachung
Vorkurs Deutsch 240"]:::km BU["**Bundesrecht** · JuSchG § 1
(Kind / Jugendlicher / Sittliche Reife)"]:::bu BV --> BAY --> VO --> KM BU -.Querverweis.-> BAY classDef bv fill:#fef2f2,stroke:#9f1239,stroke-width:2px,color:#1f2937 classDef bay fill:#fff7ed,stroke:#c2410c,stroke-width:2px,color:#1f2937 classDef vo fill:#fefce8,stroke:#ca8a04,stroke-width:2px,color:#1f2937 classDef km fill:#f7fee7,stroke:#65a30d,stroke-width:2px,color:#1f2937 classDef bu fill:#eff6ff,stroke:#1e3a8a,stroke-width:2px,color:#1f2937
Ebene Schwerpunkt-Normen
BV Art. 128 (Bildungsanspruch) · 129 (Schulpflicht/Unentgeltlichkeit) · 132 (Anlagen-/Leistungsprinzip) · 133 (Bildungsträger) · 134 (Privatschulen)
BayEUG Art. 3 (öff./privat) · 6 (Schularten) · 7/7a/8/9 (GS/MS/RS/Gym) · 11–18 (berufliche) · 19–24 (FöS) · 35 (Schulpflicht) · 37 (Stichtag/Korridor) · 39 (BS-Pflicht) · 41 (FöS-Lernort) · 43 (Schulartwechsel) · 44 (Elternwahlrecht) · 76 (Eltern-Mitwirkung) · 78 (Beratung) · 90–105 (Privatschulen) · 118–120 (Schulzwang) —
VO GrSO § 6/§ 10 (Übertritt/Probearbeiten) · MSO § 6 (Gelenkklasse) · § 7 (M-Zug-Aufnahme) · § 8 (Durchlässigkeit MS↔M-Zug) · § 22 (Praxisklasse-Abschluss) · § 34 (Quabi) · BaySchO § 19/4 (Distanzunterricht) · § 20 (Eltern-Meldepflicht)
KMBek Vorkurs Deutsch 240
Bundesrecht JuSchG § 1 (Kind/Jugendliche/Sittliche Reife)

Teil A — Stoff

A.1 Schulwesen / Schularten (Art. 6 BayEUG · BV Art. 132)

Verfassungsrahmen (BV Art. 128/132/133/134):

  • Art. 128 BV: Bildungsanspruch jedes Bewohners — entsprechend Anlagen + innerer Berufung.
  • Art. 132 BV: „Mannigfaltigkeit der Lebensberufe"; Maßstab = Anlagen + Neigungen + Leistung + innere Berufung, NICHT wirtschaftl./gesellschaftl. Stellung der Eltern.
  • Art. 133 Abs. 1 BV: Bildung durch öffentliche Anstalten; Staat + Gemeinde wirken zusammen; anerkannte Religions-/Weltanschauungsgemeinschaften sind Bildungsträger.
  • Art. 134 Abs. 1 BV: Privatschulen bedürfen staatlicher Genehmigung.

Träger-Differenzierung (Art. 3 BayEUG):

Träger Unterschied Lehrpläne / Stundentafeln / Zeugnisse
öff. staatlich Dienstherr LK = Freistaat Bayern KM (identisch)
öff. kommunal Dienstherr LK = Gemeinde / Landkreis KM (identisch)
privat Genehmigung (Ersatzschule) oder Anerkennung (Ergänzungsschule) siehe unten

Privatschulen (Art. 90–105 BayEUG ·; Verfassungsanker BV Art. 134 ):

Typ Rechtsgrund Schulpflicht-Erfüllung Zeugnis-Berechtigungen
Staatlich genehmigte Ersatzschule Art. 91–101; vergleichbare Bildungsziele, eigenes päd. Konzept (Montessori, Waldorf) erfüllt NICHT identisch — externe Prüfung nötig
Staatlich anerkannte Ersatzschule dauerhafte öff.-Standard-Konformität erfüllt identisch zu öff. Schulen
Ergänzungsschule Art. 102–104; KEIN Pendant zu öff. Schulen (z.B. Dolmetscherschule) i.d.R. NICHT erfüllt keine öff. Berechtigungen

Schularten-Katalog (Art. 6 BayEUG) — dreigliedrig (Art. 7–24):

  • Allgemein bildend: GS (Art. 7, Jgst. 1–4) · MS (Art. 7a, 5–9/M-Zug 5–10) · RS (Art. 8, 5–10) · Gym (Art. 9, 5–13 G9) · Abendrealschule/-gymnasium · Kolleg.
  • Beruflich (Art. 11–18): BS · BFS · WS · FS · FOS · BOS · FA.
  • Förderschulen (Art. 19–24): 7 Förderschwerpunkte (Art. 20/1 ); Grund-/Mittel-/Berufsschulstufe.
  • Schulen für Kranke (Art. 41/2 ).

Elternwahlrecht (Art. 44 BayEUG): Eltern wählen Schulart / Ausbildungsrichtung / Fachrichtung — gebunden an Eignung + Leistung.

⚠ Fallen Schulwesen

  • „Die GS ist die erste und gemeinsame Schule" — nicht absolut: Ausnahmen sind Förderschule ab Jgst. 1, vorschulische Einrichtungen (SVE).
  • Genehmigte ≠ anerkannte Ersatzschule — nur die anerkannte vergibt selbständig öff.-anerkannte Zeugnisse.
  • Elternwahlrecht ist nicht absolut — Vorbehalt Eignung/Leistung (Art. 44 BayEUG).

A.2 Kindergarten → Grundschule

Rechtsrahmen: Art. 7 BayEUG, BayKiBiG, Lehrplan PLUS.

Kooperations-Maßnahmen KiGa↔GS: gemeinsame Konferenzen · gegenseitige Besuche/Hospitationen · KiGa-Kinder besuchen GS · Elternabend zur Einschulung · gemeinsame Feste · Infobriefe.

Vorkurs Deutsch 240 (KMBek KWMBl 2011 S. 240): 240 Stunden über 1,5 Schuljahre — vorletztes + letztes KiTa-Jahr — für Kinder mit Sprachförderbedarf. Je Hälfte KiGa und GS.

SVE (Schulvorbereitende Einrichtung) — Teil der Förderschule, sonderpäd. Anbahnung vor Jgst. 1.

⚠ Falle Vorkurs

Vorkurs Deutsch 240 = 240 h über 1,5 Schuljahre — NICHT 1 Jahr, NICHT 2 Jahre. „Lieblings-Falle" der Schulräte.

A.3 Einschulung & Schulpflicht (Art. 35–39 BayEUG · BV Art. 129)

Schulpflicht-Norm-Kette:

  • BV Art. 129/1: „Alle Kinder zum Besuch der Volksschule und Berufsschule verpflichtet."
  • BV Art. 129/2: Unterricht unentgeltlich.
  • BayEUG Art. 35: Schulpflicht bei altersgemäßer Voraussetzung + gewöhnlichem Aufenthalt Bayern. Dauer: 12 Jahre = 9 Vollzeit + 3 Berufsschule.

Stichtag + Korridor (Art. 37 BayEUG):

Geburtsdatum Regelung
bis 30.09. regulär schulpflichtig im Folgesommer
01.07.–30.09. Einschulungskorridor seit SJ 2019/2020: Eltern entscheiden Einschulung oder Zurückstellung um 1 Jahr
01.10.–31.12. „Kann-Kinder" — freiwillig auf Eltern-Antrag
nach 31.12. freiwillig nur mit schulpsychologischem Gutachten zwingend

Zurückstellung (Art. 37): bei körperlich/geistig/sozial nicht reifen Kindern → SL-Entscheidung nach ärztlicher/schulpsychologischer Begutachtung.

Schuleingangsuntersuchung: Pflicht durch Gesundheitsamt.

Schulaufnahmeverfahren: SL entscheidet Aufnahme · Sprengelprinzip · Gastschulantrag bei Ausnahme.

Schulpflicht Migrationshintergrund:

  • Beginn: 3 Monate nach Zuzug aus Ausland (bei Aufenthaltsgestattung/-erlaubnis/Duldung/vollziehbarer Ausreisepflicht).
  • Einweisung: Altersgleichheits-Prinzip (Jahrgangsstufe wie altersgleiche Dauer-in-Bayern-SuS).
  • Bis zu 2 Jgst. tiefer einweisen zulässig nur bei allgemein mangelndem Bildungsstand, NICHT sprachlich.
  • Keine Verlängerung der Schulpflicht durch tiefere Einweisung.

Berufsschulpflicht (Art. 39 BayEUG): nach Vollzeitschulpflicht; 3 BS-Jahre (Spanne 2–3½), spätestens Ende des Schuljahres, in dem SuS 21. Lebensjahr vollendet. Ausnahmen: mittlerer Abschluss + kein Ausbildungsverhältnis · Hochschulzugang · BVJ/BGJ · Beamten-Vorbereitungsdienst · FSJ/FÖJ · Bundeswehr.

Schulpflicht-Überwachung & Sanktion:

  • Art. 76 BayEUG + § 20 BaySchO : Eltern + Schule überwachen gemeinsam.
  • Art. 119 BayEUG: Ordnungswidrigkeit + Geldbuße bei Unterlassung Anmeldung.
  • Art. 118 BayEUG — Schulzwang: Wortlaut sagt „auf Antrag der Schule von der Kreisverwaltungsbehörde durch ihre Beauftragten zwangsweise der Schule zugeführt" — Akteur ist „die Schule" (der Antragsweg läuft über die SL, aber Wortlaut differenziert nicht zwischen SL und Schule).
  • Art. 120 BayEUG: Grundrechtseinschränkung Freiheit/Wohnung zugunsten Schulpflicht.

Distanzunterricht (BaySchO § 19/4) — verpflichtend seit SJ 2020/2021. Aktive Teilnahmepflicht (Art. 56/4 S. 3 BayEUG): virtuelle Anwesenheitskontrolle + Rückmeldung. Bei Verweigerung: Beratungs-/Unterstützungs-/Sanktionsplan, Erziehungs-/Ordnungsmaßnahmen.

Spiegelfall siehe MP_05 — SuS-Pflichten-Trias (Art. 56/4 BayEUG); Schulpflicht-Direktionalität Eltern → SuS bedingt das in MP_05 (Block A.1) entfaltete Pflichtenspektrum (Teilnahme · Verhalten · Mitwirkung sonderpäd. Gutachten · Bild/Ton-Distanzunterricht).

Verhinderung / Beurlaubung / Befreiung:

Stufe Voraussetzung
Verhinderung zwingende Gründe (Krankheit) — Eltern-Meldepflicht § 20/1 BaySchO
Beurlaubung dringende Ausnahmefälle / religiöse Pflichten / Erholungsaufenthalte / Schwangerschaft
Befreiung von einzelnen Fächern (ganz/teilweise, zeitlich begrenzt)

⚠ Fallen Schulpflicht

  • Schulpflicht ≠ Schulzwang: Schulpflicht = Grundpflicht (Art. 35 + § 20 + Art. 76); Schulzwang = Sanktion (Art. 118/119/120). Kein Synonym!
  • Migration: Tiefer-Einweisung NUR bei allgemeinem Bildungsstand-Defizit, nicht sprachlich.
  • BS-Pflicht-Ende: Schuljahr in dem 21. Lj. vollendet — NICHT „bis 18. Lj." oder „4 Jahre".
  • Distanzunterricht: aktive Teilnahmepflicht, mündliche LNW grundsätzlich möglich.

  • JuSchG § 1 (, „Lieblingsbegriff Schulräte"). Wortlaut Kind: Kinder Personen, die noch nicht 14 Jahre alt sind. Wortlaut Jugendliche: Jugendliche Personen, die 14, aber noch nicht 18 Jahre alt sind. „Sittliche Reife" als zusätzliches Tatbestands-Merkmal — oft übersehen.

A.4 Übertritt (Art. 43/44 BayEUG · GrSO § 6/§ 10 · MSO § 6/7/8)

Rechtsgrundlage: Art. 43 BayEUG (Schulartwechsel) · Art. 44 (Elternwahlrecht) · GrSO/MSO/RSO/GSO/WSO Schulart-spezifisch.

Mai-ÜZ, nur D/M/HSU zählen.

Ziel Schwelle Probeunterricht
Gymnasium 2,33 ab 2,34: PU 3 Tage D/M; bestanden = mind. 1×3 + 1×4; Elternwille bei 2× Note 4
Realschule 2,66 analog
Mittelschule alle übrigen

Eltern können unabhängig vom Schnitt Probeunterricht beantragen.

Probearbeiten (GrSO § 10 — ): Wortlaut Abs. 3 S. 2: „In der Jahrgangsstufe 4 sollen bis zum Erhalt des Übertrittszeugnisses in den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht 18 Probearbeiten abgehalten werden" (Gesamtzahl explizit + Bezug zum ÜZ explizit). Verteilung 10/4/4 ist Sekundärliteratur-Auslegung; Wortlaut nennt nur die Gesamtzahl 18. Festlegung durch Lehrerkonferenz (§ 10 Abs. 1 S. 1 GrSO: „Die Lehrerkonferenz trifft vor Unterrichtsbeginn des Schuljahres grundsätzliche Festlegungen zur Erhebung von Leistungsnachweisen einschließlich prüfungsfreier Lernphasen"). Wortlaut Abs. 1 S. 3 zur probearbeitenfreien Zeit: „In der Jahrgangsstufe 4 sollen in der Zeit vom Unterrichtsbeginn bis zum Erhalt des Übertrittszeugnisses jeweils in den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht rhythmisiert mindestens vier Unterrichtswochen von bewerteten Probearbeiten freigehalten werden". Das „jeweils" wird in der Praxis fach-distributiv gelesen (also pro Fach 4 U.-Wochen) — die Auslegung ist jedoch in der Sekundärliteratur uneinheitlich (auch eine kollektive Lesart wird vertreten); im Zweifelsfall die Lehrerkonferenz-Festlegung der konkreten Schule heranziehen.

„Gelenkklasse" — Jahreszeugnis.

Ziel Schwelle Anmerkung
Gymnasium D+M ≤ 2,0 uneingeschränkt; sonst Härtefall LK-Konferenz
Realschule D+M ≤ 2,5 uneingeschränkt
Staatl. genehmigte Schulen einheitlicher Probeunterricht

Wechsel ins Gym/RS außerhalb Gelenkklasse.

  • Aufnahmeprüfung in letzten Tagen der Sommerferien + Probezeit.
  • RS alternativ: Durchschnitt D+M+E ≤ 2,0 im Jahreszeugnis.

MSO § 7 · Mittlere-Reife-Klassen.

Ziel Schwelle D+M+E Bedingung
M7 2,66 uneingeschränkt aus 6. Klasse Jahreszeugnis
M8 / M9 2,33 analog
M10 Quali + ≤ 2,33 + Quali-Zeugnis aus 9. Klasse

Sonst Antrag + Aufnahmeprüfung. Rückkehr MS↔M-Zug jederzeit (MSO § 8/3).

4-stufige WS, Jgst. 7.

  • Aus 6./7. Klasse MS: Zwischen-/Jahreszeugnis D+M+E ≤ 2,66 uneingeschränkt.
  • Alternativ M-Zug-Vorrückungserlaubnis aus 7.
  • Sonst Probeunterricht (3 Tage).

⚠ Fallen Übertritt

  • Schwelle verwechseln: Gym ≤ 2,33 (NICHT 2,5/3,0); RS ≤ 2,66; nur D/M/HSU, nicht alle Fächer.
  • Elternwillen-Regel: gilt NACH Probeunterricht bei 2× Note 4, NICHT vorab.
  • Übertritt-Dokument: nicht nur Jgst. 4 ÜZGelenkklasse Jgst. 5 MS (Jahreszeugnis) ebenfalls.
  • Probearbeiten-Verteilung: durch LK-Konferenz (nicht einzelne LK).

A.5 Vorrücken / Wiederholen / Überspringen

Vorrückungsfächer (MS): Kernfächer D/M/E + Pflichtfach nach Jgst.

Vorrücken auf Probe: knappes Notenbild → SL-Entscheidung.

Freiwilliges/Pflichtwiederholen: Antrag/Zwang; Wiederholungsfrist beachten.

Überspringen: Antrag mit Leistungsnachweis · SL-Genehmigung.

Verkürzung Vollzeitschulpflicht durch Überspringen möglich; keine Verlängerung durch Streckung.

A.6 Mittelschul-Abschlüsse (MSO §§ 19–34)

Vier Abschlüsse:

Abschluss Norm Bestehensformel
ESA (Erfolgreicher MS-Abschluss) — Ende 9. MSO §§ 19 ff. Durchschnitt Vorrückungsfächer ≥ 4,00 + max. 3 Fächer schlechter als 4 (Note 6 = 2× Note 5)
Quali (qualifizierender MS-Abschluss) — freiwillig Ende 9. MSO §§ 26 ff. 50 % Jahresfortgang + 50 % Prüfung; Fächer D/M/E/PCB/GSE/AWT + Projektprüfung
MSA (Mittlerer Schulabschluss M10) MSO §§ 30 ff. schriftl./mündl./prakt. Prüfungen

| Praxisklasse-Abschluss | MSO § 22 | theorieentlastete Prüfung: D/DaZ 90 Min (75 schriftl. + 15 mdl.) + M 60 Min + Fächerverbund 45 Min + Projekt AWT (Projektnote zählt doppelt; Bestehen ≤ 4,0) | | Quabi (Qualifizierter beruflicher Bildungsabschluss) | MSO § 34 | Quali + Berufsausbildungsabschluss |

Drei Aufstiegswege MS → Hochschulreife:

flowchart LR
 MS["MS 5"]:::start
 A1["M7
D+M+E ≤ 2,66"]:::path-a A2["M10 + MSA"]:::path-a A3["FOS 11/12"]:::end-a AF["Fachabi"]:::goal B1["ESA Ende 9."]:::path-b B2["Quali
50/50 + Projekt"]:::path-b B3["Berufsausbildung + BS"]:::path-b B4["Quabi MSO § 34"]:::path-b B5["FOS 11/12"]:::end-b C1["WS 4-stufig
Jgst. 7"]:::path-c C2["Mittlerer Abschluss"]:::path-c C3["FOS 11/12"]:::end-c MS -->|Weg A: M-Zug| A1 --> A2 --> A3 --> AF MS -->|Weg B: Quali+BS+FOS| B1 --> B2 --> B3 --> B4 --> B5 --> AF MS -->|Weg C: WS| C1 --> C2 --> C3 --> AF classDef start fill:#fff7ed,stroke:#c2410c,stroke-width:2px,color:#1f2937 classDef path-a fill:#fefce8,stroke:#ca8a04,color:#1f2937 classDef path-b fill:#f7fee7,stroke:#65a30d,color:#1f2937 classDef path-c fill:#eff6ff,stroke:#1e3a8a,color:#1f2937 classDef end-a fill:#fefce8,stroke:#ca8a04,color:#1f2937 classDef end-b fill:#f7fee7,stroke:#65a30d,color:#1f2937 classDef end-c fill:#eff6ff,stroke:#1e3a8a,color:#1f2937 classDef goal fill:#fef2f2,stroke:#9f1239,stroke-width:3px,color:#1f2937
  1. Weg A — M-Zug: MS 5 → M7 → M10 + MSAFOS 11/12 → Fachabi.
  2. Weg B — Quali + BS + FOS: ESA + Quali → Berufsausbildung + BSQuabi (mittlerer Abschluss) → FOS 11/12 → Fachabi.
  3. Weg C — Wirtschaftsschule: MS 6./7. → 4-stufige WS → mittlerer Abschluss → FOS.

Beratungspflicht (Art. 78 BayEUG): Schule + jede LK haben Eltern + SuS in Schullaufbahn-Fragen zu beraten + Hilfe bei Bildungsmöglichkeitswahl entsprechend Anlagen/Fähigkeiten.

⚠ Falle Abschlüsse

QualiMSA: Quali = freiwillige externe Prüfung Ende 9. (50/50); MSA = M10-Abschluss mit eigenen Prüfungsformaten. Genauigkeit der Benennung wird bewertet!


Teil B — Top-10-Pflichtwissen

7-Tage-Endspurt-Cheat-Sheet · Karten-IDs verlinken auf das Anki-Lerndeck.

- Schwellen GS→Sek I

Gym ≤ 2,33 · RS ≤ 2,66 · MS alle übrigen. Nur D/M/HSU zählen.

- Probeunterricht-Bestehen

Mind. 1×3 + 1×4 in D/M. Elternwillen-Regel NUR bei 2× Note 4 NACH PU.

- Schulpflicht

Beginn: Vollendung 6. Lj. · Stichtag 30.09. Dauer: 12 J. = 9 Vollzeit + 3 BS.

- Einschulungskorridor

01.07.–30.09. seit SJ 2019/2020. Nach 31.12. nur mit schulpsych. Gutachten.

- Schulpflicht ≠ Schulzwang

Pflicht: Art. 35 + 76 BayEUG. Sanktion: Art. 118 → Kreisverwaltungsbehörde.

- M-Zug-Aufnahme

M7 ≤ 2,66 (D+M+E) · M8/M9/M10 ≤ 2,33. Rückkehr MS↔M-Zug jederzeit (MSO § 8/3).

- Vorkurs Deutsch 240

240 h über 1,5 Schuljahre. Vorletztes + letztes KiTa-Jahr.

- Migration-Schulpflicht

3 Monate nach Zuzug. Tiefer-Einweisung NUR bei allg. Bildungsstand-Defizit.

- Drei MS-Abschlüsse

ESA (Vorrückungsfächer ≥ 4,00) · Quali (50/50 + Projekt) · MSA (M10).

- 3 Aufstiegswege

M-Zug · Quali+BS+FOS · WS. Alle führen zu Fachabi via FOS.


Teil C — Falle-Atlas

ID Falle Korrekte Auflösung
FA01 „Die GS ist die erste und gemeinsame Schule" — absolut? NEIN — Ausnahmen: FöS ab Jgst. 1, SVE.
FA02 Schwellen GS→Sek I auswendig? Gym ≤ 2,33 · RS ≤ 2,66; nur D/M/HSU. NICHT 2,5/3,0.
FA03 Probearbeiten-Verteilung Jgst. 4? Lehrerkonferenz legt Grundsätze fest (GrSO § 10 Abs. 1 S. 1); 18 Probearbeiten bis zum ÜZ in D/M/HSU (Wortlaut Abs. 3 S. 2; Verteilung 10/4/4 nur Sekundärliteratur); mindestens 4 Unterrichtswochen probearbeitenfrei — Wortlaut Abs. 1 S. 3: „jeweils in den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht … mindestens vier Unterrichtswochen". Das „jeweils" wird in der Praxis fach-distributiv gelesen; die Auslegung ist sekundärliterarisch uneinheitlich. In der Prüfung: Wortlaut zitieren, Auslegung als offen kennzeichnen.
FA04 Elternwahlrecht absolut? NEIN — gebunden an Eignung/Leistung (Art. 44 BayEUG + Art. 132 BV).
FA05 Übertritts-Dokument nur Jgst. 4? NEIN — auch Gelenkklasse Jgst. 5 MS (Jahreszeugnis); D+M ≤ 2,0 Gym, ≤ 2,5 RS.
FA06 Elternwillen bei Note 4? gilt NACH PU bei 2× Note 4 in D/M, NICHT vorab.
FA07 Vorkurs Deutsch — Dauer? 240 h über 1,5 Schuljahre (vorletztes + letztes KiTa-Jahr). NICHT 1 oder 2 Jahre.
FA08 Schulpflicht = Schulzwang? NEIN — Pflicht (Art. 35+76) ↔ Sanktion (Art. 118 → Kreisverwaltung).
FA09 BS-Pflicht-Ende? SJ in dem 21. Lj. vollendet (3 BS-Jahre). NICHT „bis 18. Lj." oder „4 Jahre".
FA10 Migration tiefer-einweisen — Begründung? NUR allgem. Bildungsstand-Defizit, NICHT sprachlich; max. 2 Jgst. tiefer.
FA11 Quali = MSA? NEIN — Quali Ende 9. (50/50 + Projekt); MSA = M10-Abschluss.

| FA12 | JuSchG § 1 / sittliche Reife? | Definitionsquelle Kind: Kinder Personen, die noch nicht 14 Jahre alt sind (Wortlaut). Definition Jugendliche separat: Jugendliche Personen, die 14, aber noch nicht 18 Jahre alt sind (Wortlaut). „Sittliche Reife" = altersangemessene Einschätzungsfähigkeit. „Lieblingsbegriff" Schulräte. |


Teil D — Fallbeispiele (Anwendung)

Fall Lara — Schnitt 2,67 Mutter fordert Nachbenotung (Hauptfall)

Sachverhalt: 4. Klasse GS. Lara hat im Übertrittszeugnis einen Schnitt von 2,67 in D/M/HSU. Die Mutter fordert Nachbenotung der letzten Probearbeiten (damit der Schnitt auf 2,66 fällt) und besteht zusätzlich darauf, dass Lara den Probeunterricht am Gymnasium antreten darf.

Knackpunkte:

  1. Realschul-PU steht zu — Schnitt 2,67 verfehlt 2,66 knapp; PU 3 Tage D/M.
  2. Gym-PU auf Eltern-Antrag — unabhängig vom Schnitt möglich, aber Erfolgsaussicht bei 2,67 gering (Bestanden = mind. 1×3 + 1×4 in D/M).
  3. Nachbenotung NICHT möglich — Beurteilungsentscheidung der LK (Art. 52 BayEUG); Änderung nur bei Verfahrensfehler / offensichtlichem Beurteilungsirrtum.
  4. Beratungspflicht Art. 78: KL muss objektive Optionen aufzeigen.

Antwortkette: Gesprächstermin → Einsicht ins Probearbeiten-Portfolio (transparent) → Rechtslage darlegen (Schnitt 2,67 → RS-PU steht zu, Gym-PU auf Antrag) → Durchlässigkeits-Perspektive öffnen (M-Zug → M10+MSAFOS → Fachabi) → bei Eskalation: SL einbeziehen, formaler Widerspruchsweg gegen ÜZ (Verwaltungsakt).

Fall Sildi — „Die GS ist die erste Schule"-Aussage

Sachverhalt: Eltern in der Beratungsstunde behaupten, Sildi (6) müsse zwingend zuerst die Grundschule besuchen.

Knackpunkte:

  1. Aussage „GS = erste und gemeinsame Schule" nicht absolut.
  2. Ausnahmen: Förderschule ab Jgst. 1 (sonderpäd. Bedarf via Art. 41 BayEUG); SVE als vorschulische sonderpäd. Anbahnung.
  3. Sildi-Konkret: ohne sonderpäd. Bedarf → GS regulär; mit Bedarf → Eltern wählen Lernort.

Antwortkette: Aussage entkräften → Art. 41/1 BayEUG (Eltern-Lernort) erläutern → bei sonderpäd. Verdacht: Beratungsstelle/MSD-Anfrage (↔ Block 8).

Fall Jonas — Schulpflicht-Verweigerung der Eltern

Sachverhalt: Eltern weigern sich, ihren 7-jährigen Sohn Jonas zur Schule anzumelden, mit der Begründung „häuslicher Unterricht reicht".

Knackpunkte:

  1. Schulpflicht in Bayern absolut (Art. 35 + BV Art. 129) — Homeschooling NICHT zulässig.
  2. Eskalations-Kette: Art. 76 BayEUG (Eltern-Mitwirkungspflicht) → § 20 BaySchO (Meldepflicht) → Art. 119 (Ordnungswidrigkeit + Geldbuße) → Art. 118 Schulzwang (SL-Antrag bei Kreisverwaltung) → Art. 120 (Grundrechtseinschränkung Freiheit/Wohnung).
  3. Schulpflicht ≠ Schulzwang — Pflicht entsteht kraft Gesetz, Schulzwang ist Sanktionsmechanismus.

Antwortkette: Elterngespräch + Beratung → SL informieren → Ordnungswidrigkeit-Anzeige → bei fortgesetzter Verweigerung: Schulzwang-Antrag SL bei Kreisverwaltungsbehörde.

Fall Familie Demir — Schulpflicht nach Zuzug

Sachverhalt: Familie Demir zog vor 2 Wochen aus Syrien zu (Aufenthaltsgestattung). Tochter Aylin (10) soll in 5. Klasse MS eingewiesen werden, hat aber kein Deutsch.

Knackpunkte:

  1. Schulpflicht beginnt 3 Monate nach Zuzug — bei Aufenthaltsgestattung/-erlaubnis/Duldung/Ausreisepflicht.
  2. Altersgleichheits-Prinzip: Aylin (10) → Jgst. 5 entsprechend Dauer-in-Bayern-SuS gleichen Alters.
  3. Tiefer-Einweisung NUR bei allgem. Bildungsstand-Defizit (Falle): Sprachliche Defizite alleine NICHT ausreichend für tiefere Jgst.
  4. Vorkurs Deutsch / DaZ-Förderung parallel zur Jgst. 5; keine Verlängerung der Schulpflicht durch tiefere Einweisung.

Antwortkette: Ankunfts-Datum prüfen → 3-Monats-Frist abwarten/anwenden → Bildungsstand-Diagnostik (allgem. Wissen, nicht Deutsch) → Einweisung Jgst. 5 + DaZ-Begleitprogramm → ggf. SVE/Sprachintensiv anbieten.

Fall Yusuf — Probeunterricht-Anspruch + Note-4-Eltern­wille

Sachverhalt: Yusuf (4. Klasse) hat ÜZ-Schnitt 2,80 D/M/HSU. Eltern beantragen Probeunterricht am Gymnasium. Yusuf erreicht im PU 2× Note 4 in D und M.

Knackpunkte:

  1. Eltern-Antragsrecht PU: unabhängig vom Schnitt zulässig.
  2. Bestanden = mind. 1×3 + 1×4 — Yusuf hat 2× Note 4, also nicht regulär bestanden.
  3. Elternwillen-Regel (FA06): bei 2× Note 4 kann der Elternwille die Aufnahme bewirken — gilt NACH PU, nicht vorab.
  4. Pädagogisch: Erfolgsprognose Gym bei Schnitt 2,80 + 2×4 schwierig — Beratungspflicht Art. 78.

Antwortkette: PU-Ergebnis dokumentieren → Eltern über Elternwillen-Option informieren (klar, ohne Druck) → Hinweis auf Durchlässigkeit (RS, MS-M-Zug als Alternativen) → Eltern-Entscheidung respektieren.

Fall Nina — Übertritt MS Jgst. 5 → Gymnasium (Gelenkklasse)

Sachverhalt: Nina ist in MS Jgst. 5; Jahreszeugnis D+M = 1,8. Eltern fragen nach Wechsel ans Gymnasium.

Knackpunkte:

  1. Gelenkklasse Jgst. 5 MS: D+M ≤ 2,0 → Gym uneingeschränkt; D+M ≤ 2,5 → RS uneingeschränkt.
  2. Nina erfüllt 2,0-Schwelle — Gym-Wechsel ohne Probeunterricht möglich.
  3. Anmeldung erfolgt direkt am aufnehmenden Gym; Härtefall-Regelung ist hier nicht einschlägig.

Antwortkette: Jahreszeugnis prüfen → 2,0-Schwelle bestätigen → Eltern beraten (Gym-Anforderung vs. RS-Alternative bei Schnitt knapper) → Anmeldung am aufnehmenden Gym koordinieren.

Fall Tobias — Klassenwiederholung bei Quali-Vorbereitung

Sachverhalt: Tobias (9. Kl. MS) liegt knapp unter Vorrückungsschwelle. Eltern wollen freiwilliges Wiederholen der 9. Klasse zur Quali-Verbesserung.

Knackpunkte:

  1. Freiwilliges Wiederholen möglich — Antrag der Eltern; SL-Genehmigung.
  2. Quali ist freiwillige externe Prüfung Ende 9. — keine Vorrückungs-Voraussetzung.
  3. ESA-Bestehensformel: Vorrückungsfächer-Schnitt ≥ 4,00 + max. 3 Fächer < 4 (Note 6 = 2× Note 5).
  4. Beratungspflicht Art. 78: Erfolgsaussichten bei Wiederholung realistisch einschätzen.

Antwortkette: Notenbild prüfen → ESA-Schwelle erreicht? → bei nicht erreicht: freiwilliges Wiederholen sinnvoll; bei knapp erreicht + Quali-Wunsch: Wiederholen Pro/Contra (Pro: bessere Quali-Chance; Contra: 1 Jahr Lebenszeit) → Eltern-Entscheidung.

Fall Mira — Wechsel WS → MS oder M-Zug

Sachverhalt: Mira besucht 7. Klasse 4-stufige Wirtschaftsschule, möchte aber zurück an die MS in den M-Zug wechseln.

Knackpunkte:

  1. Wechsel an Schnittstellen jederzeit möglich — durchlässiges System.
  2. MSO § 7 M-Zug-Aufnahme: M7 ≤ 2,66 D+M+E (uneingeschränkt aus 6. Klasse Jahreszeugnis); für M8 aus 7. WS: ≤ 2,33 oder Aufnahmeprüfung.
  3. Beratungspflicht Art. 78 — Mira's Notenbild vergleichend bewerten.

Antwortkette: WS-Jahreszeugnis prüfen → M-Zug-Schnittwerte abgleichen → Anmeldung an aufnehmender MS → ggf. Aufnahmeprüfung → bei Nicht-Erfüllung: regulär MS Jgst. 7 (kein M-Zug) als Alternative.

Fall TheoJuSchG-Frage in mündlicher Prüfung (Querverweis)

Sachverhalt: Schulrätin fragt: „Definieren Sie nach JuSchG § 1 die Begriffe Kind und Jugendlicher und erläutern Sie ‚sittliche Reife'."

Knackpunkte:

  1. JuSchG § 1 (Wortlaut). Kind: Kinder Personen, die noch nicht 14 Jahre alt sind. Jugendliche: Jugendliche Personen, die 14, aber noch nicht 18 Jahre alt sind. Personensorgeberechtigte/Erziehungsbeauftragte sind in Nr. 3 + 4 separat definiert.
  2. „Sittliche Reife": altersangemessene Einschätzungsfähigkeit — Maßstab für JuSchG-Anwendung (z.B. Kinozugang, Klassenfahrt-Themen).
  3. Reviewer-Hinweis: „Lieblingsbegriff Schulräte" — Standardfrage MS-Schulrecht.
  4. Querverweis Block 10.4JuSchG-Anwendung bei Klassenfahrten / Filmfreigaben.

Antwortkette: Definitionen abrufen → sittliche Reife konkret machen (Beispiel Klassenfahrt) → Querverweis Block 10.4 / Block 6 (Aufsicht) signalisieren.

Fall Lina — Distanzunterrichts-Verweigerung

Sachverhalt: Lina (8. Kl. MS) loggt sich seit 3 Wochen nicht mehr in den Distanzunterricht ein. Mutter sagt: „Sie ist halt müde."

Knackpunkte:

  1. Distanzunterricht-Pflicht seit SJ 2020/2021 (BaySchO § 19/4): aktive Teilnahmepflicht (Art. 56/4 S. 3).
  2. Eltern-Meldepflicht § 20/1 BaySchO bei Verhinderung.
  3. Sanktionsplan: Beratung-Unterstützung-Sanktion-Plan der Schule (SL, Schulpsych, Beratungs-LK, KL-Kontrollanrufe). Bei fortgesetzter Verweigerung: Erziehungs-/Ordnungsmaßnahmen (↔ Block 5/6).
  4. Schulpflicht-Eskalation: Art. 119 (Ordnungswidrigkeit) → Art. 118 (Schulzwang) bei Beharrlichkeit.

Antwortkette: Eltern-Mutter-Gespräch + Beratungsangebot → KL-Kontrollanrufe + Eltern-Meldepflicht einfordern → Beratungslehrkraft / Schulpsych einbinden → SL informieren → bei Verweigerung: ordnungsbehördliche Schritte.


Querverweise

  • Lara/Yusuf-PU ↔ Block 4LNW-Bewertung; pädagogischer Beurteilungsspielraum (Art. 52 BayEUG).
  • Sildi-FA01 ↔ Block 8FöS-Lernort-Entscheidung Art. 41 BayEUG.
  • Demir-Migration ↔ Block 10.x — Spezialthemen Inklusion / DaZ.
  • Theo-JuSchG ↔ Block 10.4 — Klassenfahrt + sittliche Reife.
  • Lina-Distanzunterricht ↔ Block 5/6 — Erziehungs-/Ordnungsmaßnahmen + Aufsichtspflicht.
  • Tobias-Wiederholen ↔ Block 4 — Notenfeststellung; ESA-Bestehensformel.
  • Schulpflicht-Direktionalität ↔ MP_05 (Block A.1 SuS-Pflichten) — Art. 56/4 BayEUG entfaltet die Pflichten, die aus der in MP_03 gesetzten Schulpflicht (Art. 35) hervorgehen.
  • Übertritts-LNW + Notenauskunft ↔ MP_05 (Block A.3 Auskunfts-Anspruch) — der pädagogische Beurteilungsspielraum (Art. 52 BayEUG) korrespondiert mit dem subjektiven SuS-Recht auf Notenauskunft (Art. 56/2 BayEUG, Hannah-Falle in MP_05).

Quellen

  • BV: Art. 128 (Bildungsanspruch) · 129 (Schulpflicht/Unentgeltlichkeit) · 132 (Anlagen-/Leistungs-Prinzip) · 133 (Bildungsträger) · 134 (Privatschulen).
  • BayEUG: Art. 3, 6, 7, 7a, 8, 9, 11–18, 19–24, 35, 37, 39, 41, 43, 44, 52, 56/4, 76, 78, 90–105, 118, 119, 120.
  • Schulordnungen: GrSO § 6 (ÜZ) · § 10 (Probearbeiten Jgst. 4) · MSO §§ 6 (Gelenkklasse) · 7 (M-Zug) · 8 (Durchlässigkeit) · 22 (Praxisklasse-Abschluss) · 34 (Quabi) · BaySchO § 19/4 (Distanzunterricht) · § 20 (Eltern-Meldepflicht).
  • KMBek: Vorkurs Deutsch 240.
  • Bundesrecht: JuSchG § 1 (Kind/Jugendliche/sittliche Reife).