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MP_08 — Kooperation mit Bildungs- und Betreuungseinrichtungen

ZALGM § 16 Nr. 8 · 2. Staatsexamen MS Bayern.

In aller Kürze

Block 8 regelt das Zusammenspiel zwischen Schule und externen Bildungs-/Betreuungs-Akteuren: schulinterne Dienste (MSD, BL, SPych) wirken subsidiär zur regulären Lehrkraft; außerschulische Stellen (Hort, Erziehungsberatung, Jugendamt) ergänzen mit eigener Trägerschaft. Lernort entscheiden Eltern (Art. 41); Diagnostik in der allgemeinen Schule liegt im professionellen Schulermessen.

Norm-Kartografie (4 Ebenen)

flowchart TB
 BU["**Bundesrecht** · § 22 SGB VIII
Hort als außerschul. Einrichtung"]:::bu BAY["**BayEUG** · Art. 6/4 · 19 · 20 · 21 · 30a · 31/3 · 41 · 60 · 78"]:::bay VO["**VO** · MSO § 14 · GrSO § 5 · BaySchO §§ 31/36 · VSO-F § 25
"]:::vo KM["**KMBek** · GTS · Hort · Schulberatung · MSD · Inklusion
"]:::km BU -.Querverweis Hort.-> BAY BAY --> VO --> KM classDef bu fill:#eff6ff,stroke:#1e3a8a,stroke-width:2px,color:#1f2937 classDef bay fill:#fff7ed,stroke:#c2410c,stroke-width:2px,color:#1f2937 classDef vo fill:#fefce8,stroke:#ca8a04,stroke-width:2px,color:#1f2937 classDef km fill:#f7fee7,stroke:#65a30d,stroke-width:2px,color:#1f2937
Ebene Quellen für Block 8
Bundesrecht § 22 SGB VIII (Hort, früher KJHG)
BayEUG Art. 6/4 · 19 · 20 · 21 · 30a · 31/3 · 41 · 60 · 78
VO MSO § 14 · GrSO § 5 · BaySchO §§ 31/36 (regelt eigentlich Individuelle Unterstützung/Nachteilsausgleich; FL-Arbeitszeit ist in BayLBG / Bekanntmachung — Anker) · VSO-F § 25
KMBek KWMBl 2011/240 · 08.07.2013 (oGTS) · 10.02.2020 (gGTS) · 12.06.1991 (Hort↔Schule) · 29.10.2001 (Schulberatung)

Teil A — Stoff

A.1 MSD — Mobile Sonderpädagogische Dienste

Norm: Art. 21/1 BayEUG · KMBek MSD (KMBek-Volltext nicht öffentlich strukturiert verfügbar — Anker). Wesen: präventiv-integrativer Dienst an der allgemeinen Schule (≠ Schulart!). Ziel: negative Entwicklung aufhalten, Verbleib an allgem. Schule, FöS-Überweisung vermeiden. Träger (Wortlaut Art. 21/1 Satz 3): „Mobile Sonderpädagogische Dienste werden von den nächstgelegenen Förderschulen mit entsprechendem Förderschwerpunkt geleistet"; Personal: Förderschullehrkräfte. 5 MSD-Aufgaben (Wortlaut Art. 21/1 Satz 2): „diagnostizieren und fördern die Schülerinnen und Schüler, sie beraten Lehrkräfte, Erziehungsberechtigte und Schülerinnen und Schüler, koordinieren sonderpädagogische Förderung und führen Fortbildungen für Lehrkräfte durch". MSD-Bereiche: 7 Förderschwerpunkte aus Art. 20/1 BayEUG — Sehen · Hören · k./m. Entwicklung · gE · Sprache · Lernen · em./soz. Entwicklung. Erweiterte Praxis-Bereiche: zusätzlich Autismus + ELECOK (Elektronische Hilfen + Computer für Körperbehinderte) → praktisch 9 Bereiche. Anfrage-Indikatoren (4 Felder):

  • Lern/Leistung — Verweigerung, Schwänzen, U.-Störung, Schul-/Prüfungsangst, Konzentration.
  • Sozial — Aggression, Außenseiter, Verwahrlosung, Delinquenz, sex. Auffälligkeit.
  • Emotional — aggressiv, Beziehungsstörung, psychosomatisch, zwanghaft.
  • Psychomotorisch — Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Hyperaktivität, Motorik.

Maßstab: Einzelsymptom ≠ Auffälligkeit. Ausschlag = Ausprägung + Dauer + Intensität + Häufigkeit + Kombination. Erweiterungen: MSD verantwortet Förderdiagnostischen Bericht (Eltern vorab über standardisierte Tests informieren — Pflicht); Unterstützung inklusiver Schulentwicklung; Übergangsbegleitung schul. Lernorte.

⚠ Fallen MSD

  • MSDFöS — Dienst (Art. 21) vs. Schulart (Art. 19).
  • MSDMSH — schulisch (Art. 21) vs. vorschulisch (Art. 19/2).
  • Eltern-Info-Pflicht vor standardisierten Tests.

A.2 Förderzentrum (FöS)

Norm: Art. 19 (Aufgaben) · Art. 20 (Schwerpunkte/Aufbau) · Art. 41 (Lernort) · Art. 30a (Inklusion) · § 5 GrSO (Überweisung) · MSO § 14 (Förderplan).

Aufgaben (Art. 19/1–3): diagnostizieren · erziehen · unterrichten · beraten · fördern. Adressaten: K/J mit Bedarf, an allgem. Schule nicht ausreichend förderbar. Leistungsspektrum: Klassen-U. + SVE (vorschulisch) + MSH + MSD.

7 Förderschwerpunkte (Art. 20/1): Sehen · Hören · k./m. Entwicklung · gE · Sprache · Lernen · em./soz. Entwicklung.

Aufbau (Art. 20/2): GS-Stufe 1–4 · MS-Stufe 5–9 (ggf. 10 MR) · Berufsschulstufe 10–12 bei FS gE (ersetzt BS).

Lernort (Art. 41 BayEUG für Abs. 1, 2, 4, 6):

Abs. Inhalt (Wortlaut-Auszug)
1 „Die Erziehungsberechtigten entscheiden, an welchem der … schulischen Lernorte ihr Kind unterrichtet werden soll" — allgem. Schule oder FöS
2 Längerfristig Kranke → Schule für Kranke (Wortlaut belegt)
3 Eltern sollen Beratungsstelle aufsuchen
4 „melden ihr Kind … an der Sprengelschule, einer Schule mit dem Schulprofil »Inklusion« oder an der Förderschule an. Die Aufnahme an der Förderschule setzt die Erstellung eines sonderpädagogischen Gutachtens voraus"
5 Bedarf nicht deckbar → geeignete FöS
6 „Kommt keine einvernehmliche Aufnahme zustande, entscheidet die zuständige Schulaufsichtsbehörde nach Anhörung … über den schulischen Lernort."

Überweisungsverfahren (§ 5 GrSO, 6 Schritte): KL erörtert mit Eltern → schriftl. Meldung an SLSL benachrichtigt Eltern → Hinweis auf BL/SPych → sonderpäd. Gutachten → Eltern-Stellungnahme → Förderort.

Förderplanpflicht (MSO § 14): SuS mit voraussichtlich nicht erreichten Lernzielen erhalten individuellen Förderplan + Nachteilsausgleich. Inhalt: Ziele + Maßnahmen + Leistungserhebungen. Jährlich fortschreiben. MSD-Einbeziehung Pflicht, mit Eltern erörtern. Sonderpäd. Bedarf ≠ Schulart-Zugehörigkeit.

Inklusion (Art. 30a): Abs. 1 Pflicht aller Schularten zur Zusammenarbeit; Abs. 3 SuS mit/ohne Bedarf gemeinsam möglich, FöS unterstützt; Abs. 4 FS Sehen/Hören/k.-m. an allgem. Schule nur mit Sachaufwandsträger-Zustimmung; Abs. 5 sonderpäd. Bedarf begründet keine Schulart-Zugehörigkeit.

4 Kooperationsformen (KMBek): Kooperationsklasse (gemeinsam + MSD) · Partnerklasse (FöS↔allg., lernzieldifferent) · Offene Klasse FöS · Tandemklasse.

⚠ Falle FöS

Hertha-Konfiguration (FS gE → Regelschule): rechtlich möglich (Art. 41/1 + Art. 30a/3). ABER: Sachaufwandsträger-Zustimmung NUR bei Sehen/Hören/k.-m. — bei FS gE NICHT erforderlich.

A.3 Schulberatung

Norm: Art. 78 Abs. 1 BayEUG — Wortlaut: „Jede Schule und jede Lehrkraft hat die Aufgabe, die Erziehungsberechtigten und die Schülerinnen und Schüler in Fragen der Schullaufbahn zu beraten"; Abs. 2: überregionale Aufgaben durch staatliche Schulberatungsstellen. KMBek 29.10.2001 (geänd. 24.06.2011) (KMBek-Volltext nicht öffentlich strukturiert verfügbar — Werte aus KMBek-Skeleton). Freiwilligkeitsgrundsatz.

Beratungsweg (5 Eskalationsstufen):

flowchart LR
 KL["**1. Klassenleitung**
wöchentl. Sprechstunde"]:::stage1 SCHUL["**2. Schul-intern**
BL · SPych · MSD"]:::stage2 REKTOR["**3. Beratungsrektor:in**
Staatl. SchA"]:::stage3 UEBER["**4. Überregionale Stelle**
9 Schulberatungsstellen Bayern · KIBBS
"]:::stage4 AUSSER["**5. Außerschulisch**
Erziehungsberatung · Jugendamt · Therapie"]:::stage5 KL --> SCHUL --> REKTOR --> UEBER --> AUSSER classDef stage1 fill:#fff7ed,stroke:#c2410c,color:#1f2937 classDef stage2 fill:#fefce8,stroke:#ca8a04,color:#1f2937 classDef stage3 fill:#f7fee7,stroke:#65a30d,color:#1f2937 classDef stage4 fill:#eff6ff,stroke:#1e3a8a,color:#1f2937 classDef stage5 fill:#fef2f2,stroke:#9f1239,color:#1f2937

Beratungsebenen (Reihenfolge):

Ebene Wer / Qualifikation
1 KL — wöchentl. Sprechstunde
2a Beratungslehrkraft (BL)LK + Erweiterungsstudium Univ. ODER 2-J-Weiterbildung
2b Schulpsycholog:in (SPych) — Psychologie-Studium mit schulpsych. Schwerpunkt; mehrere Schulen
2c MSD — Förderschullehrkraft
3 Beratungsrektor:in (Staatl. SchA, Koordination)
4 Staatl. Schulberatungsstelle (9 in Bayern; KIBBS)
5 Außerschulisch — Erziehungsberatung, Jugendamt, Therapie

Themen: Schullaufbahn/Übertritt · Bildungsmöglichkeiten · Lern-/Leistungsstörung · Verhaltensauffälligkeit.

SPych-Aufgaben: Diagnostik · Gruppenuntersuchungen · Krisenintervention · Test-/Diagnoseverfahren (LRS, Rechenschwäche) · Supervision · kollegiale Fallbesprechung. Besondere Felder: Inklusion · Lehrergesundheit · Supervision/Coaching · Mobbing · Demokratie/Toleranz · KIBBS (Kriseninterventions-/Bewältigungsteam Bayer. Schulpsychologen).

Außerschulische Schnittstellen: vorschulisch (Einschulungsberatung) · Berufsberatung MS 8/9 · Gesundheitsamt/Logopäd:innen · Jugendamt · Erziehungsberatung (Verschwiegenheit + Eltern-Einverständnis Voraussetzung).

⚠ Fallen Beratung

  • BLSPych — Lehrkraft mit Zusatzqual. vs. Psychologe.
  • LK darf nicht selbst therapieren — Pflicht zur Weiterleitung.

A.4 Betreuung (4 Säulen)

Übersicht — vier Säulen, drei Rechtsregime:

Form Norm Träger Zeit
Mittagsbetreuung Art. 31/3 BayEUG Gemeinde / gemeinnützig bis ~14 Uhr; verlängert bis 15:30/16:00
Halbtagsgrundschule KMBek (seit 1999/2000) staatl. 7:30–13:00
Ganztagsschule (oGTS/gGTS) Art. 6/4 BayEUG + KMBek 08.07.2013 (oGTS) / 10.02.2020 (gGTS) staatl. mind. 4 Tage à 7 Std. („4 Tage / 7 Std" ist KMBek-Wert, nicht im Art. 6/4-Wortlaut; KMBek-Volltext nicht öffentlich strukturiert — Skeleton)
Hort § 22 SGB VIII (Tageseinrichtungen für Kinder ·; Hort-Begriff nicht explizit im § 22-Wortlaut, sondern als Tageseinrichtung subsumiert) freier/kirchl./kommunal. JuHi-Träger außerschul.

Art. 31/3 BayEUG · Träger: Gemeinde / gemeinnützig.

  • Sozialpäd. Fachpersonal.
  • SL-Benehmen bei Organisation.
  • Standard bis ca. 14 Uhr.
  • Verlängert bis 15:30/16:00 mit HA-Betreuung möglich.

KMBek (seit 1999/2000) · staatl.

  • 7:30–13:00 Uhr.
  • Vernetzung vor-/nachunterrichtlicher Angebote.
  • Kindgerechte Rhythmisierung des Schulvormittags.

KMBek 08.07.2013 · offene Ganztagsschule.

  • Vormittag im Klassenverband.
  • Nachmittag freiwillig (Anmeldung erforderlich).
  • Mittagsverpflegung + HA-Betreuung + Förder-U. + AGs.
  • Kooperation mit Vereinen / Musikschule.

KMBek 10.02.2020 · gebundene Ganztagsschule.

  • Ganztagszug, verpflichtend.
  • Mind. 4 Tage à 7 Std.; typisch 8–16 Uhr.
  • Rhythmisierter U. in Ganztagsklasse.
  • 45-Min-Regel-Abweichung möglich.
  • Zusatzangebote: Sprachförderung, HA-Hilfe, Gewaltprävention.

§ 22 SGB VIII (Tageseinrichtungen für Kinder ·; Hort-Begriff im Wortlaut nicht explizit, fällt unter „Tageseinrichtungen"). KMBek 12.06.1991 (Schule↔Hort) — KMBek-Skeleton.

  • Eigenständige Bildungs-/Erziehungseinrichtung.
  • Träger: kirchlich / kommunal / freie Jugendhilfe.
  • Ziele: Lebensraum · Selbstständigkeit · HA-Bewältigung · sinnvolle Freizeit (Bewegung!) · gesundes Mittagessen.
  • Zusammenarbeit: gemeinsame Besprechungen, Besuche, Fortbildungen, Projekte.

⚠ Fallen Betreuung

  • Mittagsbetreuung ≠ Hort ≠ GTS — drei verschiedene Rechtsregime.
  • gGTS-Anmeldung freiwillig, danach Teilnahme verpflichtend.
  • Aufsichtspflicht Mittagspause Halbtags-GS = Schulverband/Gemeinde, NICHT Schule (↔ Block 6.2).
  • Kein Rechtsanspruch auf GTS-Platz — Wahlfreiheit, Schulaufwandsträger entscheidet Ausbau.

A.5 Detail-Zusätze (GTS-Antragsprinzip · Förderlehrkraft)

Ganztagsschule – Antragsprinzip: Schulaufwandsträger beantragt GTS-Einrichtung an GS/MS/RS/WS/Gym + entspr. FöS, im Benehmen mit Trägern öff. Jugendhilfe. Wahlfreiheit Halbtag↔Ganztag, kein Rechtsanspruch, Teilnahmepflicht ab Anmeldung.

Förderlehrkraft (FL): Rechtsgrund Art. 60 BayEUG — „selbstständig und eigenverantwortlich" (Wortlaut Abs. 1 S. 2). Begleit-Normen Sekundärliteratur: VSO-F § 25 + MSO §§ 9/10. Aufgaben: AG-Leitung, LRS-Förder-U., Intensiv-/Förder-U., diff. Sport/Schwimmen, EH/Verkehr, Aufsicht. Arbeitszeit GS/MS: 28 UE (45 Min) = 8 eigenverantwortlich (AGs) + 20 Kooperations-U. + 5 Verwaltungsstunden (60 Min). FöS/Schulen für Kranke: 27 UE. SL bestellt Einsatzplan; Kooperations-LK verantwortet Klasseneinsatz.

⚠ Falle FL

FL-Vertretungsunterricht nur kurzfristig in unabweisbaren Fällen, max. 5 WStd, NICHT permanent.


Teil B — Top-9-Pflichtwissen

7-Tage-Endspurt-Cheat-Sheet · Karten-IDs verlinken auf das Anki-Lerndeck.

- K03 · MSD-Ziel

Verbleib allgem. Schule. FöS-Überweisung vermeiden. Art. 21 BayEUG

- K08 · Förderdiagn. Bericht

MSD verantwortlich. Eltern-Info-Pflicht vor standardisierten Tests.

- K11 · 7 Förderschwerpunkte

Sehen · Hören · k./m. · gE · Sprache · Lernen · em./soz. Art. 20/1 BayEUG

- K13 · Lernort-Entscheidung

Eltern (Art. 41/1). FöS-Aufnahme = sonderpäd. Gutachten.

- K16 · Förderplanpflicht

Pflicht bei nicht erreichten Lernzielen. Jährlich fortschreiben. MSD-Einbeziehung Pflicht. MSO § 14

- K22 · BLSPych

Unterschiedl. Qualifikation + Aufgabenkatalog.

- K27 · LK ≠ Therapie

Weiterleitung Pflicht. Verschwiegenheit + Eltern-Einverständnis.

- K31 · oGTS vs. gGTS

Anmeldung freiwillig. Teilnahme verpflichtend.

- K32 · Kein Anspruch GTS-Platz

Wahlfreiheit Halbtag↔Ganztag. Antrag durch Schulaufwandsträger.

🃏 Direkt zur Karte im Lerndeck: K03 · K08 · K11 · K13 · K16 · K22 · K27 · K31 · K32


Teil C — Falle-Atlas

ID Falle Korrekte Auflösung
FA01 MSD = FöS? MSD = Dienst (Art. 21); FöS = Schulart (Art. 19).
FA02 MSD = MSH? MSD = schulisch; MSH = vorschulisch (Art. 19/2).
FA03 Eltern-Info vor MSD-Tests optional? Pflicht.
FA04 Hertha (FS gE) braucht Sachaufwandsträger? Nein — Abs. 4 nur Sehen/Hören/k.-m.
FA05 BL = SPych? Nein — LK + Zusatzqual. vs. Psychologe.
FA06 LK darf therapieren? Nein — Weiterleitung; Verschwiegenheit + Eltern-Einverständnis.
FA07 Lina muss in gGTS? Anmeldung freiwillig, Teilnahme ab Anmeldung verpflichtend.
FA08 Mittagsbetreuung = Hort = GTS? 3 Rechtsträger (Gemeinde / freier JuHi / staatl. Schule).
FA09 Aufsichtspflicht Mittagspause Halbtags-GS = Schule? Nein — Schulverband/Gemeinde.
FA10 Rechtsanspruch GTS-Platz? Kein Anspruch; Wahlfreiheit.
FA11 FL permanent als Vertretung? Nur kurzfristig, max. 5 WStd, unabweisbare Fälle.

Interaktiv-Modus (Click-to-Reveal — zum Selbst-Abprüfen):

FA01 · MSD = Förderzentrum?

NEIN — MSD = Dienst an der allgem. Schule (Art. 21 BayEUG); FöS = Schulart (Art. 19 BayEUG).

FA04 · Hertha (FS gE) → Regelschule braucht Sachaufwandsträger?

NEIN — Art. 30a/4 sieht Sachaufwandsträger-Zustimmung nur für Sehen / Hören / körperl.-motor. vor. FS gE fällt NICHT darunter.

FA05 · BL = SPych?

NEIN — BL = Lehrkraft + Erweiterungsstudium (oder 2-J-Weiterbildung); SPych = Psychologe mit schulpsych. Schwerpunkt. Unterschiedliche Qualifikation + Aufgabenkatalog.

FA08 · Mittagsbetreuung = Hort = Ganztagsschule?

NEIN — drei verschiedene Rechtsträger: Gemeinde (Mittagsbetreuung, Art. 31/3) · freier/kirchl./kommunal. JuHi-Träger (Hort, § 22 SGB VIII) · staatl. Schule (GTS, Art. 6/4 BayEUG).


Teil D — Fallbeispiele (Anwendung)

Fall Tom — em./soz. + Eltern-Veto + Hort-Frage (Hauptfall)

Sachverhalt: 7. Kl. MS. Aggressives Verhalten, Schulverweigerung, Konzentrationsprobleme. Sie vermuten Förderbedarf em./soz. Eltern lehnen MSD-Diagnostik ab, fordern SPych-Termin und fragen nach Hortwechsel.

Knackpunkte:

  1. MSD-Anfrage trotz Eltern-Veto möglichMSD = Dienst an allgem. Schule (Art. 21), kein Schulartenwechsel. Eltern haben Lernort-Primat (Art. 41), nicht Diagnostik-Veto. Pflicht: Eltern vorab über standardisierte Tests informieren.
  2. BLSPych — beide möglich, aber unterschiedliche Qualifikation/Aufgaben. Bei em./soz.-Verdacht ist MSD primär; SPych ergänzend für psychol. Diagnostik/Krisenintervention.
  3. Hort = außerschulisch (§ 22 SGB VIII), Träger ≠ Schule. Anmeldung über Jugendhilfe; Schule kooperiert (KMBek 12.06.1991), bietet aber nicht an.
  4. Therapie-Verbot (Falle Hanna) — falls Tom psychotherapeutisch auffällig: Weiterleitung, nicht Selbst-Therapie.

Antwortkette: Anfrage-Indikatoren em./soz. erkennen (Maßstab Ausprägung+Dauer+Intensität+Häufigkeit+Kombination) → Elterngespräch (MSD ≠ Sonderschullehrer-Stigma entkräften) → Beratungsweg KLBL/SPych/MSD parallel → Förderplanpflicht MSO § 14 ankündigen falls Bedarf bestätigt → Hort-Anregung in Jugendhilfe-Kanal verweisen → bei Eltern-Verhärtung: SL + Beratungsrektor:in einschalten (Schulaufsichtsbehörde nur bei FöS-Überweisungs-Konflikt nach Art. 41/6).

Fall Hertha — FS gE → Regelschule

Sachverhalt: 7-jährige Hertha (FS gE) soll an die Sprengelschule wechseln.

Knackpunkte:

  1. Rechtlich möglich über Art. 41/1 (Eltern-Lernort-Entscheidung) + Art. 30a/3 (gemeinsamer Unterricht).
  2. Sachaufwandsträger-Zustimmung ist NICHT erforderlich — Art. 30a/4 betrifft NUR Sehen/Hören/k.-m., nicht gE.
  3. Förderplan MSO § 14 verbindlich; Schulprofil Inklusion oder Kooperations-/Partnerklasse prüfen; MSD em./soz. + gE zur Begleitung anfragen.

Antwortkette: Eltern-Anmeldung an Sprengelschule → Schulprofil Inklusion verfügbar? → MSD-Anbindung an FS gE → Förderplan + Nachteilsausgleich → Wertigkeit FöS pädagogisch verdeutlichen, Rückkehr-Option offen halten.

Fall Hanna — therapeutisch auffällig

Sachverhalt: Schülerin zeigt Symptome, die therapeutische Behandlung nahelegen.

Knackpunkte:

  1. LK darf NICHT selbst therapieren — Pflicht zur Weiterleitung (BL/SPych/Erziehungsberatung).
  2. Verschwiegenheit + Eltern-Einverständnis Voraussetzung für Erziehungsberatung.
  3. Freiwilligkeitsgrundsatz Schulberatung — Eltern können ablehnen.
Fall LinagGTS-Anmeldung

Sachverhalt: 9-jährige Lina will keine gebundene Ganztagsschule mehr besuchen.

Knackpunkte:

  1. Anmeldung freiwillig — Eltern-Entscheidung.
  2. Teilnahme ab Anmeldung verpflichtendgGTS = Ganztagszug, kein Tages-Rückzug.
  3. Wechsel nur zum SJ-Ende möglich; alternativ oGTS prüfen (freiwillige Nachmittagsanmeldung).

Antwortkette: Eltern-Beratung Art. 78 → Wechsel-Antrag zum SJ-Ende oder Wechsel in oGTS (sofern an Schule angeboten) → bei Halbtags-Bedarf akut: Mittagsbetreuung (Gemeinde) oder Hort (außerschulisch) als Alternative.

Fall Niklas — Aufsichtspflicht-Übergang Schule → Hort

Sachverhalt: Niklas (7) verletzt sich auf dem Weg von der Halbtags-Grundschule zum Hort um 13:15 Uhr. Mutter macht die Schule haftbar.

Knackpunkte:

  1. Aufsichtspflicht-Sphären getrennt: Schule (Unterricht) — Schulverband/Gemeinde (Mittagspause Halbtags-GS) — Hort-Träger (außerschulisch, § 22 SGB VIII).
  2. Mittagsbetreuung ≠ Hort ≠ GTS — drei verschiedene Träger, drei verschiedene Haftungsachsen.
  3. Schule haftet nur für die Zeit unter SL-Aufsicht und -Verantwortung (bei GTS Nachmittag inkl., bei Halbtags-GS nicht).

Antwortkette: Sphären-Zuordnung klären → Niklas-Unfall um 13:15 außerhalb Schulpräsenz → Schulverband/Gemeinde bzw. Hort-Träger als Verantwortliche → KL informiert SL + Eltern, dokumentiert Vorfall, verweist Mutter an Hort-Träger / Gemeindeverwaltung. Cross-Ref Block 6.2.

Fall BeckerFL als Dauer-Vertretung

Sachverhalt: SL setzt Frau Becker (Förderlehrkraft) seit 6 Wochen täglich als Vertretung für eine erkrankte Klassenleitung ein. Beckers AG-Stunden fallen aus. Personalrat fragt nach.

Knackpunkte:

  1. FL-Vertretungsunterricht NUR kurzfristig in unabweisbaren Fällen, max. 5 WStd, NICHT permanent.
  2. Arbeitszeit-Aufteilung schützt das FL-Profil: 8 eigenverantwortliche AG-Stunden + 20 Kooperations-U. + 5 Verwaltungsstunden.
  3. Permanente Vertretung wäre Verstoß gegen die FL-Aufgabenbindung — alternativ: mobile Reserve, befristete Vertretungsregelung über SchA.

Antwortkette: SL-Praxis prüfen → wenn Dauer-Vertretung: rechtswidrig → Eskalation an Schulaufsichtsbehörde / Beratungsrektor:in → mobile Reserve als Lösung; Personalrat hat Mitbestimmungsrecht.

Fall Mira — Rückkehr von FöS zur MS

Sachverhalt: Mira (12) besucht seit 3 Jahren eine FöS Lernen, hat sich stabilisiert. Eltern fragen, ob sie zur Mittelschule zurückkehren und zum Quali zugelassen werden kann.

Knackpunkte:

  1. Rückkehr stets möglich — pädagogischer Hinweis: Eltern beraten, Wertigkeit FöS verdeutlichen, aber Übergang nicht verstellen.
  2. QA-Teilnahme stets offen — Mira kann externe Prüfung absolvieren.
  3. Förderplan + Nachteilsausgleich (MSO § 14) übergangsweise an der MS möglich; sonderpäd. Bedarf endet nicht automatisch mit Schulartenwechsel.

Antwortkette: Beratung Art. 78 → Anmeldung an Sprengel-MS → Probezeit/-versetzung nach MS-Regularien → Förderplan in MS-Schuljahr fortschreiben → MSD-Anbindung optional → QA-Anmeldung im 9. SJ.

Fall Familie Schwarz — Antrag auf GTS-Einrichtung

Sachverhalt: Eltern einer GS-Klasse fordern bei der Schule die Einrichtung einer gebundenen Ganztagsschule. Die SL verweist auf den Schulträger.

Knackpunkte:

  1. Antragsrecht bei Schulaufwandsträger — Eltern haben kein direktes Antragsrecht; Antrag an GS/MS/RS/WS/Gym läuft über Schulaufwandsträger (Gemeinde/Landkreis).
  2. Im Benehmen mit Trägern öff. Jugendhilfe — Planung erfordert Abstimmung.
  3. Kein Rechtsanspruch auf GTS-Platz — Wahlfreiheit Halbtag↔Ganztag, aber Ausbau abhängig von Träger-Entscheidung.

Antwortkette: Eltern-Beratung → Verweis auf Schulaufwandsträger als richtigen Adressaten → Eltern-Initiative kann politisch wirken, aber nicht rechtlich erzwungen werden → Alternative: oGTS (Antrag durch SL möglich, aber ebenfalls trägergebunden).

Fall Frau Akbar — Eltern-Forderung Schulpsych. Test ohne LK-Befund

Sachverhalt: Frau Akbar fordert schriftlich einen LRS-Test ihrer Tochter durch die Schulpsychologin, obwohl die KL keinen Verdacht hat.

Knackpunkte:

  1. Freiwilligkeitsgrundsatz Schulberatung — Eltern können Beratung in Anspruch nehmen, KL/Schule keine Veto-Position.
  2. SPych-Aufgaben umfassen Test-/Diagnoseverfahren LRS — formal zuständig, terminiert nach Verfügbarkeit.
  3. Verschwiegenheitspflicht und Eltern-Einverständnis sind bereits gegeben, da Eltern selbst beantragen.

Antwortkette: Eltern-Anliegen aufnehmen → Weiterleitung an Beratungsrektor:in → SPych-Termin koordinieren → KL-Aufzeichnungen auf Lern-/Leistungsverhalten dokumentieren (zur Test-Vorbereitung) → Test-Ergebnis abwarten, ggf. Förderplan einleiten.


Querverweise

  • K16 Förderplan ↔ Block 5.5 — Notenschutz/Nachteilsausgleich (BVerwG 29.07.2015; BaySchO § 33 NA äußere Bedingungen vs. § 34 NS Anforderungs-/Bewertungsverzicht).
  • K35 Aufsichtspflicht Mittagspause ↔ Block 6.2 — Träger außerhalb Schulzeit.
  • K08 Förderdiagn. Bericht ↔ Block 5.5BaySchO § 37/1 lit. i/k/l (Schülerunterlagen); § 39 (Weitergabe nur mit Einwilligung).
  • Hertha-Falle ↔ Block 2 — Bildungssystem-Gliederung, Norm-Spezialitätsverhältnis Art. 30a/4 ↔ 41/1.
  • Schulberatung Art. 78 ↔ Block 4.1 — Beratungspflicht im Übertrittskontext.

Quellen

  • Bundesrecht: § 22 SGB VIII (8. Buch SGB; früher KJHG).
  • BayEUG: Art. 6/4, 19, 20, 21, 30a, 31/3, 41, 60, 78.
  • Schulordnungen: MSO § 14 (Förderplan), GrSO § 5 (Überweisungsverfahren), BaySchO §§ 31/36 (FL-Arbeitszeit), VSO-F § 25, MSO §§ 9/10.
  • KMBek: KWMBl 2011 S. 240 (GTS-Ausbau) · 08.07.2013 (oGTS) · 10.02.2020 (gGTS) · 12.06.1991 (Hort↔Schule) · 29.10.2001 geänd. 24.06.2011 (Schulberatung).